Lichtmaschine defekt? Optisch i.O.?

Fragen und Antworten zur Elektronik und Fahrzeugelektrik


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#1Beitrag Sa 12. Mai 2018, 13:20
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Tripler
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Hallo Zusammen,

meine Daytona scheint mich seit dieser Saison zu hassen :roll:

Nachdem mir nun am Anfang der Saison die Ritzelmutter unterwegs abgefallen ist und vor ein paar Wochen ebenfalls unterwegs der Kupplungszug gerissen ist,
hat's nun die Lichtmaschine erwischt. Natürlich bin ich dadurch wieder unterwegs stehen geblieben :evil:

Auf der Heimfahrt von einem Geburtstag ist mir neulich in der Dämmerung mein Licht unnormal dunkel vorgekommen.
Kurz Zeit später war zusätzlich auch die Tacho-Beleuchtung nur noch schwach zu erkennen.
Danach hat meine Tankleuchte trotz fast vollem Tank geleuchtet. 500 Meter später hat mich dann meine Einspritzanlage im Stich gelassen.

Ursache: Batterie leer :/

Zuhause dann die Batterie geladen, Motor angeworfen und bei laufendem Motor die Spannung an der Batterie gemessen.
Batterie im geladenen Zustand 12,8-12,9 Volt, bei laufendem Motor 12,3 Volt.
Scheint also kein Ladestrom Richtung Batterie zu fließen.

Nach kurzer Recherche hier im Forum hab ich dann die Lichtmaschinen-Spannung an diesem weißen Stecker unterm Tank gemessen.
Jeweils zwischen 2 Phasen, Multimeter auf Wechselstrom.

Ergebnis: je nachdem zwischen welchen Spulen ich gemessen habe zwischen 0,8 und 2,6 Volt AC.

Da laut den Aussagen im Forum die Spannung bei laufendem Motor zwischen 30 und 70 Volt liegen sollte, war für mich eigentlich klar, dass meine Lichtmaschine hinüber ist.

Heute habe ich dann mal den LIMA-Deckel runter genommen und das ganze inspiziert.

Meiner Meinung nach sieht der Stator ziemlich gut aus. Ich häng euch ein paar Bilder an. Was meint ihr dazu?
Einzig die eine Kabelverbindung (links in den Bildern) sieht etwas verkohlt/verschmort aus?

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Hier ein Bild des Rotors:

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Was meint ihr?
Falls ich eine neue Lichtmaschine benötige, gibt's eine, die ihr mir empfehlen könnt?
Wenn ich in der Bucht nach "Daytona 675 Lichtmaschine", erhalte ich einige Ergebnisse zwischen 130€ und 190€, teilweise anscheinend Original-Teile, teilweise Zubehör.

Ich danke euch im Voraus und wünsche euch ein schönes Wochenende.

Freundliche Grüße,
Patrick
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Kontrolliere mal den markierten Bereich und bis weiter oben, da brennt gerne mal ein Kabel durch.

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Zuletzt geändert von Fenix am Sa 12. Mai 2018, 13:48, insgesamt 1-mal geändert.
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auf dem 4ten/5ten Bild schaut das Kabel aber schon ganz schön abgeraucht aus.
ich hätte noch einen Stator mit Pickup Sensor herumliegen.
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auf dem 4ten/5ten Bild schaut das Kabel aber schon ganz schön abgeraucht aus.
ich hätte noch einen Stator mit Pickup Sensor herumliegen.


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:lol: Denke auch das wirds evtl sein.
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Danke für eure Antworten!

Habe den Stator nochmal genauer angesehen und ein bischen das Verkokelte mit dem Schraubenzieher vorsicht abgekratzt.

An einer Stelle scheint ein Kabel durch zu sein.
Ich hab es hier auf dem Bild mal markiert.

Also Stator hinüber... :roll:
So an sich sieht er ja gar nicht schlecht aus für 46000 KM.

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Danke für eure Antworten!

Habe den Stator nochmal genauer angesehen und ein bischen das Verkokelte mit dem Schraubenzieher vorsicht abgekratzt.

An einer Stelle scheint ein Kabel durch zu sein.
Ich hab es hier auf dem Bild mal markiert.

Also Stator hinüber... :roll:
So an sich sieht er ja gar nicht schlecht aus für 46000 KM.

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Sei froh das der so lange gehalten hat :lol:
Meiner war nach 20,000km hin und dann 1000km später das Kabel welches dahin führt :lol:

ZUm Thema Kaufen: Ich höre immer wieder den namen Mosfet, glaub da machste nix falsch. ich glaub hier im Forum verkauft aber auch einer welche, weis grad nur nicht wer :oops:
Zur Not einfach mal in einer Werkstatt nachfragen, bin mir sicher die helfen bestimmt.
Zuletzt geändert von Fenix am Sa 12. Mai 2018, 16:05, insgesamt 1-mal geändert.
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Fenix hat geschrieben:

ZUm Thema Kaufen: Ich höre immer wieder den namen Mosfet, glaub da machste nix falsch. ich glaub hier im Forum verkauft aber auch einer welche, weis grad nur nicht wer :oops:
Zur Not einfach mal in einer Werkstatt nachfragen, bin mir sicher die helfen bestimmt.


MOSFET ist kein Name, sondern eine Abkürzung. Sie steht für metal-oxide-semiconductor field-effect-transistor und bezeichnet lediglich die im Regler verbauten Schaltelemente. Die Alternative wäre der Thyristor. Der MOSFET hat den Vorteil der geringeren Durchlassspannung bzw. geringeren Leistungsverlusts. Dadurch wird der Regler nicht so warm wie ein Thyristor-Regler. Sie funktionieren aber beide gleich.

Abhilfe schaffen da nur ordentlich dimensionierte Leiterquerschnitte, temperaturfester Lack in ausreichender Dicke auf dem Spulendraht im Stator und möglichst wenig Steckkontakte. Also den LiMa-Ausgang direkt mit dem Regler verbinden und den Ausgang des Reglers direkt auf die Batterie legen.
Ich empfehle dazu Crimpverbinder (für google: open barrel splices) zu verwenden. Diese versteifen die Leitung nicht so sehr wie Löten. Außerdem setzen auch die OEMs auf's crimpen.
Ich persönlich würde außerdem nicht auf Nachbauregler setzen (z. B. von mtp-racing angeboten). Man erkennt die original Shindengen Regler sehr gut am Aufdruck mit Firmenemblem auf der den Anschlüssen gegenüberliegenden Seite. Mag sein, dass die von mtp funktionieren, aber ich traue dem nicht, vor allem nicht dem, was drin steckt.

Ab hier für Interessierte:

Da serienmäßig sogenannte Querregler verwendet werden, die nach dem Kurzschlussprinzip arbeiten, erwärmen sich Regler, Leiter und Steckverbindungen stark. Der relativ hohen Spannungen (ich schätze bis zu 100VAC) auf der LiMa-Seite steht somit ein minimaler Widerstand gegenüber. Gemäß des Ohm'schen Gesetzes beträgt der fließende Kurzschlussstrom bei geschätzt 2,5Ohm Gesamtwiderstand (Leiterwiderstand + Übergangswiderstände MOSFET und Stecker) kurzzeitig ungefähr 40A. Dieser Strom ist es, der den Leiter so sehr erwärmt, bis die Isolation verbrennt und es zum Massekurzschluss oder Abriss der Verbindung kommt.

Die mittlere Spannung von 14,5VDC an der Batterie wird durch "zerhacken" der von der LiMa gelieferten und gleichgerichteten Wechselspannung erzielt. Dabei wird dann die LiMa solange kurzgeschlossen, bis im Mittel eben 14,5VDC am Reglerausgang anliegen. Die "überschüssige" Spannung fällt dann komplett über die Leitungen, Steckverbinder und Transistoren ab. Durch diese Art der Regelung entstehen im Mittel höhere Ströme, die zu einer nachweislich höheren Temperatur von Regler und Stator führen.

Der Vorteil dieser Regelung besteht in ihrer Einfachheit und gleichzeitiger Sicherheit/Robustheit (wenn man die Ausfälle auf die Summe aller verbauten Querregler aller jemals verkauften Motorräder/ATVs betrachtet)

Abhilfe schaffen aus thermischer Sicht Längsregler (auch als open-circuit-type regulator/rectifier bezeichnet). Diese erzielen die mittlere Spannung von 14,5VDC durch trennen der LiMa. Bei offenem Stromkreis kann kein Strom fließen, wodurch auch die thermische Belastung von Leiter, Regler und Stator singt.

Probleme verursacht hier jedoch die Eigenart der Spulen, auf starke Änderungen des Stromes (Öffnen des Stromkreises) mit hohen Spannungen zu reagieren (daher auch das gelegentliche blitzen in der Steckdose, wenn man Geräte mit Trafo unter Last trennt oder anschließt - - > Laptop-Ladegerät). Um dies zu umgehen sind intern wohl aufwendiger Sicherungsschaltkreise verbaut, welche die Entwicklung und Fertigung teurer machen. Dadurch sind sie bei gleicher Sicherheit komplexer.

Hinzukommt, dass das saubere Regeln frequenzabhängig ist. Dies äußert sich in Spannungen deutlich oberhalb der Ladesschlussspannung (bis zu 18VDC wurden gemessen) und erfordert eine gute Entwicklung. Als Längsregler bekannt sind mir welche von Compufire, Silenthektik und Shindengen. Bei letzterem das Modell SH847, verbaut bei Suzuki V - Strom ab, ich glaube, 2014 (Teilenummer 32800-31J00-000).

Ich hoffe niemanden erschlagen zu haben xD

DLzG

Geestbiker

Edit: Rechtschreibung und Grammatik
Zuletzt geändert von Geestbiker am Sa 12. Mai 2018, 22:44, insgesamt 2-mal geändert.
DLzG

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Groß Dölln ABCD: 2:27,011
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